Bergsport Geistaller - Berchtesgaden

Auf in den Advent!

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Auftakt bei den Lawinenseminaren ein voller Erfolg!

Seit 18 Jahren veranstaltet Bergsport Geistaller zum Saisoneinstieg ein Sicherheitstraining für Skibergsteiger und Freerider.  Unterstützt durch das Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei und der DAV-Sektion Berchtesgaden.

Ein Interview vom Kamerateam der Fernsehsendung Bergauf Bergab bildete den Auftakt beim Theorieabend im Haus der Berge.  Bei Dreharbeiten wurden mehrere Mitglieder des Teams von einer Lawine verschüttet. Die einzelnen Aussagen waren äußerst beeindruckend.

Polizeibergführer Jörg Fegg demonstrierte anhand dieses Beispiels, wie wichtig die Kameradenhilfe ist! Er erläuterte auch das richtige Verhalten nach so einem Lawinenabgang.

Da jedoch nach 15 Minuten in der Lawine die Überlebenschance auf 10 Prozent sinkt, ist es das Beste, erst gar nicht von einer Lawine erwischt zu werden.

Deshalb ist eine gute Tourenvorbereitung das A und O.

Jörg Fegg ging detailliert auf die verschiedenen Lawinenwarnstufen ein. Da Stufe 5 grob fahrlässig ist, also gestrichen werden kann, sollte man sich im Klaren sein, dass Stufe 3 über dem Mittelmaß liegt.

Äußerst effektiv und ohne viel Aufwand umzusetzen ist die Schneedeckenanalyse. So erkennt man sofort Schwachstellen in der Schneedecke. Ohne Schwachstellen, keine Lawine.

Martin Schaumann ging im Anschluss auf den Mythos und die Realität der Funktion von Lawinen-Verschütteten-Suchgeräten, sprich dem LVS, ein. Sie sind seit 47 Jahren das einzige System, das zum Suchen und Signalisieren dient.

Bei der Praxis im Schwarzeck wurde mit moderner Technik die schnelle Suche geübt.

Mit dem elektronischen Simulationsfeld führten Polizeibergführer Peter und Michael Wiesent vor, dass eine schnelle Suche auch ohne Schnee zum Stressfaktor werden kann.

Max Seidl Heeresbergführer und DAV-Ausbilder zeigte anhand verschiedener Versuche,

die enormen Störfaktoren, die ein Handy oder GPS-Gerät hervorrufen können. Bei der Auslösung eines Lawinenrucksacks erklärte er seine effektive Wirkungsweise.

Aufgrund der starken Nachfrage wurden heuer zwei Einsteigergruppen bei der Praxis gebildet.

Julia und Martin Schaumann von Bergsport Geistaller gaben den Teilnehmern die Möglichkeit, sich mit allen gängigen LVS-Geräten vertraut zu machen.

Wie bereite ich mich richtig auf eine Tour vor und was sollte ich alles in meinem Rucksack alles dabeihaben? Das alles wurde mit den Teilnehmern besprochen.

Die Einsteiger hatten die Möglichkeit, die verschiedensten LVS-Geräte von diversen Herstellern beim Sender suchen zu testen. Beispielsweise simulierte ein Sender auf einem Carbonmast einen Verschütteten in 2,50 Meter Tiefe. Durch verändern der Position dieses Senders wurde der Schwierigkeitsgrad erhöht. Von Durchgang zu Durchgang wurde auch das Tempo beim Suchen etwas erhöht.

Ebenso wurden Fragen über das Sondieren, Schaufeln und das richtige Verhalten am Unfallopfer, beantwortet.

Am Ende der Ausbildung bedankte sich Martin Schaumann nochmals bei allen, die diese Ausbildung möglich machten. Es war ein voller Erfolg!


Neue Norm für Klettersteigsets

Seit 2010 beschäftigte sich die DAV Sicherheitsforschung immer wieder mit Klettersteigsets. Mehrere sicherheitstechnische Probleme kamen in dieser Zeit zum Vorschein: für leichtgewichtige Personen konnte ein Sturz wegen des großen Fangstoßes schnell lebensgefährlich werden; elastische Lastarme wurden aufgrund der im Klettersteig unvermeidbaren Dauerbelastungen geschwächt; Alterungserscheinungen bei Klettersteigsets mit Reibungsbremsen konnten zur Lebensgefahr werden. Knoten in Lastarmen reduzierten teilweise die Bruchfestigkeit auf Werte unterhalb der Ansprechkraft der Bremse. Mehrere, teils umfangreiche Rückrufaktionen waren die Folge. Seit 1.Mai diesen Jahres ist es nun so weit: die neue Klettersteigset-Norm EN 958 erlangt ihre Gültigkeit! Mit ihr werden die Sicherheitslücken der alten Norm geschlossen.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
• Der Fangstoß am Anfang des Bremsvorgangs ist in Zukunft deutlich niedriger als bei den älteren Sets. Die Sets werden nicht mehr mit nur 80 kg Sturzmasse getestet, sondern sowohl mit 40 kg als auch mit 120 kg. Die Sicherheit für Personen am unteren und oberen Rand dieses Gewichtsspektrums wird dadurch erhöht.
• Um die Erfüllung dieser neuen Anforderungen zu ermöglichen, wurde die zulässige Bremslänge von 120cm auf 220 cm erhöht.
• Ein neu eingeführter Zyklustest für elastische Lastarme stellt sicher, dass diese auch nach vielen Einsatzstunden noch ausreichend Festigkeit aufweisen.
• Elastische Lastarme müssen eine Mindestfestigkeit von 12 kN aufweisen.
• Nicht-elastische Lastarme müssen eine Mindestfestigkeit von 15 kN aufweisen.
• Ein neu eingeführter Nässetest stellt einen ausreichend niedrigen Fangstoß – auch bei Nässe – sicher.
• Die Ansprechkraft der Sets muss über 1,3 kN liegen.
• Die neuen Klettersteigsets sind etwas größer und schwerer als die bisherigen Sets
Was gilt es beim Kauf eines neuen Klettersteigsets zu beachten?
• Klettersteigsets, die nach der bisher gültigen Norm geprüft wurden, und die sich bereits im Handel befinden, werden noch für einige Zeit auf dem Markt erhältlich sein.
• Vor allem Personen am unteren bzw. oberen Rand des Gewichtsspektrums zwischen 40 kg und 120 kg sollten bei einer Neuanschaffung darauf achten, dass es sich um ein Produkt handelt, welches nach der neuen EN 958 zertifiziert wurde.
• Für Personen mit einem Gewicht zwischen 50 und 90 – 120 kg (Achtung: Herstellerangaben beachten!) bieten auch die Klettersteigsets, die nach der alten Fassung der EN 958 zertifiziert wurden, ausreichend Schutz.
Was passiert mit den alten Klettersteigsets?
Klettersteigsets, die nach der alten Fassung der EN 958 zertifiziert wurden, können unter gewissen Umständen auch weiterhin verwendet werden. Vor allem für Personen am unteren bzw. oberen Rand des Gewichtsspektrums sind sie allerdings nicht mehr zu empfehlen! Folgende Fragen müssen unbedingt geklärt sein, bevor ein altes Klettersteigset weiterhin verwendet wird:
• Hat mein Set die Lebensdauerangabe des Herstellers noch nicht überschritten?
• Ist mein Set noch in einem guten Zustand?
• Ist das Klettersteigset in den letzten Jahren sicher nicht von einem Rückruf betroffen?
Nur wenn diese Fragen bejaht werden können, sollte das Klettersteigset weiterhin verwendet werden!